Wussten Sie schon?

Alkohol - das unterschätzte Krebsrisiko

February 15, 2019

"Ich habe an dieser Stelle schon einmal darüber berichtet, dass aus medizinischer Sicht die Beurteilung von Alkohol kippt. Jahrtausendelang hatten alkoholhaltige Getränke einen exzellenten Ruf. Seit über 9000 Jahren trinken Menschen Wein und Bier. Hippokrates schätzte Alkohol als schmerzlinderndes Allheilmittel.

Das Verfahren der Destillation existiert seit etwa 1000 Jahren - und somit hochprozentige Alkoholika, die uns in einen Glückszustand versetzen können oder zumindest die Geselligkeit befördern. In unserer Kultur gilt ab und an ein Rausch als akzeptiert. Gerne haben wir gelesen, dass ein Glas Rotwein am Abend sogar förderlich für das Herz sein soll."

 

"Ärzte rücken jedoch immer stärker ab von diesem wohlwollenden Bild. Wir müssen uns vor Augen führen, dass Alkohol heute zur schrecklichsten Droge der Welt geworden ist, weil er überall für wenig Geld und legal zu haben ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO listet heute Alkohol als Risikofaktor für die Entstehung von Krebs an vorderster Stelle.

Der Zusammenhang von Alkohol und Krebs ist im Moment eines der meistdiskutierten Themen in der Medizin. Das deutsche Krebsforschungsinstitut in Heidelberg bereitet gerade eine groß angelegte Marketingaktion vor, um in der Bevölkerung das Bewusstsein für diese nicht bekannte und deshalb völlig unterschätzt Gefahr zu schärfen. Alkohol ist etwa für zehn Prozent der Krebserkrankungen verantwortlich. Das lässt sich nicht bagatellisieren."

 

"Nicht nur in Mund, Rachen und der Speiseröhre, sondern auch in der Bauchspeicheldrüse und im Brustraum gilt Alkohol als besonders krebsfördernd. Auch das Darmkrebsrisiko wird durch regelmäßigen Alkoholkonsum erhöht. Der Mechanismus ist weitgehend bekannt. 

Alkohol ist ein Toxin, ein Zellgift, das nahezu alle Zellen des Körpers schädigen kann. Ab zehn Gramm Alkohol wird es riskant. Schon bei relativ kleinen Alkoholmengen von zehn bis 45 Gramm Alkohol pro Tag steigt das Risiko für eine Darmkrebserkrankung um 16 Prozent. Wer täglich mehr trinkt als 45 Gramm Alkohol (eine Maß Starkbier) erhöht sein Darmkrebsrisiko um über 40 Prozent."

 

"Beim Abbau des Alkohols in der Leber entsteht ein hochgiftiges Zwischenprodukt, das Acetaldehyd. Dieser Stoff schädigt nicht nur die Leberzellen selbst, sondern ist im ganzen Körper direkt krebserregend. Acetaldehyd wirkt auf die DNA von Stammzellen und erhöht so über Mutationen im Erbgut die Krebsentstehung.

Gerade in Kombination mit dem Rauchen steigert Alkohol das Risiko für Krebs im Rachen um ein Vielfaches. Wenn ein Mann täglich eine Flasche Wein trinkt, hat er ein 15- bis 20-fach erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs. Wenn er zusätzlich raucht, steigt dieses Risiko auf das Hundertfache gegenüber einem Nichtraucher und Nichttrinker an.

Alkohol schädigt Zellen von Frauen stärker als von Männern. Dazu kommt, dass Männer Alkohol schneller abbauen als Frauen. Das gilt auch für die Entstehung von Krebserkrankungen. Eine absolute Katastrophe ist Alkohol in der Schwangerschaft. Wir sprechen von der sogenannten alkoholischen Embryopathie. "

 

Ein Artikel von Prof. Dr. Curt Diehm, www.handelsblatt.com

 

Hier lesen Sie den kompletten Artikel: 

https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/expertenrat/diehm/expertenrat-prof-dr-curt-diehm-das-unterschaetzte-krebsrisiko-alkohol/23965180.html?ticket=ST-403260-kp4vrn7UPMPFnC1zkrMD-ap6

 

 

 

 

Please reload

Featured Posts

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article150817908/Warum-man-im-Job-manchmal-loslassen-sollte.html

Warum man im Job manchmal loslassen sollte

June 10, 2015

1/2
Please reload

Archive
Please reload

089 - 55 89 26 97

praxis@benita-feller.de

Münchner Freiheit 20

80802 München

  • Grey Facebook Icon