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Wussten Sie schon?

Hommage an den Herbst – Wenn die Seele mit den Blättern tanzt

Der Herbst ist die leise Einladung des Jahres, einmal durchzuatmen. Während der Sommer oft laut, aktiv und nach außen gerichtet ist, bringt der Herbst eine feine Beschwingtheit mit sich – nicht schwermütig, sondern entschleunigend, wie ein tiefes Ausatmen nach einem langen Tag.

Die Natur macht es vor: Bäume lassen los, ohne zu fragen, ob das Blatt nicht vielleicht doch noch gebraucht wird. Dieses Loslassen ist kein Ende, sondern ein Übergang – ein natürlicher Zyklus von Rückzug, Sammlung und Vorbereitung auf Neues. Psychologisch gesehen entspricht der Herbst genau dem, was vielen Menschen fehlt: Erlaubnis zur Ruhe, zur Reflexion und zum sanften Rückzug aus dem Dauerfunktionieren.

Die Farben selbst wirken auf unsere Psyche. Warme Töne wie Ocker, Orange, Bordeaux und Gold vermitteln Geborgenheit, nähren unser Bedürfnis nach Sicherheit und fördern das Gefühl von Verbundenheit. Selbst die kühleren Morgen und nebligen Felder schenken uns etwas Wertvolles: Verlangsamung. Ein Gegenpol zu Reizüberflutung und Beschleunigung.

In der Herbstluft liegt ein leises Rascheln von Akzeptanz – nicht alles muss blühen, um schön zu sein. Die Natur zeigt uns, dass Wandlung nicht laut sein muss, und dass Rückzug nicht Stillstand bedeutet. Wer sich auf den Herbst einlässt, erlebt oft innere Klarheit: Gedanken sortieren sich wie Blätter im Wind, Erinnerungen tauchen auf, Kreativität bekommt Raum.

Psychologisch ist diese Zeit eine Chance für Selbstfürsorge. Spaziergänge durch fallende Blätter stärken nicht nur das Immunsystem, sondern auch die Psyche: Bewegung, Erdung und Naturkontakt wirken stressregulierend und fördern das emotionale Gleichgewicht. Und wenn die Tage kürzer werden, wächst oft das Bedürfnis nach Nähe – zu sich selbst und zu anderen.

Der Herbst ist kein Abschied, sondern eine sanfte Einladung:Zum Innehalten, zum Sortieren, zum Sein.Zur Vorfreude auf das, was später wieder wachsen darf.

Vielleicht ist er genau deshalb so wohltuend:Er erwartet nichts – er erinnert uns nur daran, dass Wandel auch weich sein kann.


„Der Herbst ist die stillste und zugleich bunteste Zeit des Jahres.“

Johann Gottfried Herder (1744–1803)


Johann Gottfried Herder war ein zentraler Denker der Aufklärung und Wegbereiter der Weimarer Klassik. Geboren im ostpreußischen Mohrungen (heute Polen), wirkte er später unter anderem in Riga, Straßburg, Bückeburg und schließlich in Weimar, wo er mit Goethe und Schiller im geistigen Austausch stand.

Seine Lebenszeit war geprägt von Umbrüchen:

  • Das ausgehende Heilige Römische Reich,

  • die Ideen der Aufklärung,

  • der beginnende Sturm und Drang,

  • und der Wandel Europas durch Revolution und Frühindustrialisierung.


Herder beschäftigte sich intensiv mit der Natur, dem Jahreslauf und dem inneren Erleben des Menschen. Für ihn stand der Herbst sinnbildlich für Reife, Sammlung und Übergang – nicht als Ende, sondern als Phase der Verwandlung und des inneren Reichtums.

Seine poetische Sicht auf den Herbst verbindet Schönheit, Stille und seelische Tiefe auf eine Weise, die damals wie heute berührt.


ree

 
 
 

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