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Wussten Sie schon?

Die Gesellschaft kränkelt an der Wurzel

Unsere Gesellschaft leidet nicht zuerst an wirtschaftlichen Problemen, nicht an Fachkräftemangel und auch nicht primär an politischen Fehlentscheidungen. Sie leidet an etwas Tieferem: an einem gestörten Menschenbild. An der Unfähigkeit, den Menschen als Ganzes zu sehen – jenseits von Leistung, IQ, Abschlüssen und Verwertbarkeit.

Dabei ist eine einfache Wahrheit längst bekannt, wird aber kaum gelebt: Menschen sind unterschiedlich. Es gibt Menschen mit hohem, mittlerem und niedrigerem IQ. Das ist keine Störung des Systems, das ist das System. Das ist Natur. Eine gesunde Gesellschaft braucht genau diese Vielfalt, weil sie nur so funktionieren kann.

Das eigentliche Problem beginnt dort, wo diese natürliche Unterschiedlichkeit früh bewertet, sortiert und hierarchisiert wird.


Frühe Einteilung statt frühe Ermutigung

Besonders im deutschen Bildungssystem erleben Kinder sehr früh eine subtile, manchmal auch sehr direkte Botschaft: Du bist gut – aber nur, wenn du in dieses Raster passt. Schon in jungen Jahren wird entschieden, wer „Potenzial“ hat und wer nicht. Wer aufs Gymnasium gehört. Wer „realistisch bleiben sollte“. Wer später einmal „etwas wird“.

Was dabei oft fehlt, ist eine fundamentale Botschaft, die jeder Mensch braucht – unabhängig von Leistung:

Du bist gut so, wie du bist. Du bist wertvoll. Du bist wichtig für diese Gemeinschaft.

Und damit ist keine oberflächliche Schönheit gemeint, kein falsches Selbstlob. Gemeint ist die innere Schönheit: der Wert eines Menschen allein durch sein Dasein. Damit eine Gemeinschaft funktionieren kann, brauchen wir nicht nur Ärzte, Juristen oder BWL-er. Nein! Wir benötigen Menschen in allen Bereichen, ob in der Pflege, im Handwerk usw.

Allerdings wird in unserer Gesellschaft den Menschen vermittelt, und gesagt!, dass wenn du nicht studierst, ein Niemand bist. Das ist nicht nur Quatsch, sondern völliger Irrsinn! Denn genau so vermitteln wir, denen, die nicht das Abitur machen und danach zum Studium marschieren, dass sie nichts Wert wären. Sie passen nicht in das Leistungsraster. Und genau solche Botschaften brennen sich ganz schnell tief in die Seelen ein und es entsteht eine innere Leerstelle. Eine Ausweglosigkeit. Und diese Leerstelle sucht sich irgendwann einen Ausweg.


Wenn Ausgrenzung leise beginnt

Niemand sagt einem Kind offiziell: „Du bist zu dumm für diese Gesellschaft.“Aber das System sagt es. Durch Empfehlungen. Durch Schulformen. Durch Blicke. Durch Erwartungen – oder deren Abwesenheit.

Viele Menschen tragen diese stille Abwertung jahrelang mit sich herum. Und nur wenige schaffen es, sich später davon zu befreien. Die Mehrheit findet andere Wege, mit diesem inneren Schmerz umzugehen: Rückzug, Resignation, Alkohol, Drogen, Gleichgültigkeit.

Nicht, weil sie schwach sind. Sondern weil sie früh gelernt haben, dass sie nicht gebraucht werden.


Jeder Mensch wird gebraucht

Eine funktionierende Gesellschaft – und dieses Wort trifft es besser als „Gemeinschaft“ – lebt davon, dass jeder seinen Platz hat. Wir brauchen Pflegepersonal. Handwerker. Verkäuferinnen. Erzieher. Menschen in der Logistik, in der Reinigung, in der Produktion. Menschen, die anpacken, versorgen, tragen, erhalten.

Es ist ein gefährlicher Irrtum zu glauben, alle müssten Abitur machen, alle müssten studieren, alle müssten Karriere machen. Was bringt uns eine Masse an akademischen Abschlüssen, wenn gleichzeitig Sinn, Stabilität und Zugehörigkeit verloren gehen?

Was bringt es, zehntausende BWL-Absolventen zu produzieren, die in Konzernen landen, dort nach 30 Stunden im Burnout stehen und das Gefühl haben, ihr Leben ziehe an ihnen vorbei?

Leistung ohne Sinn macht krank.Anerkennung nur über Status macht leer.


Ein anderes Fundament

Eine gesunde Gemeinschaft würde anders beginnen.Sie würde zuerst fragen: Wer bist du? – nicht Was kannst du leisten? Sie würde Vielfalt nicht tolerieren, sondern brauchen. Sie würde aufhören, Menschen früh auszusortieren, und stattdessen Räume schaffen, in denen sie ihren eigenen Weg finden dürfen.

Menschen, die sich gesehen fühlen, müssen sich nicht betäuben.Menschen, die sich gebraucht fühlen, übernehmen Verantwortung.Menschen, denen man Würde zugesteht, entwickeln Selbstwert.


Vielleicht liegt genau hier der Schlüssel: Nicht alles neu organisieren, sondern das Menschenbild korrigieren. Weg von der reinen Verwertungslogik, hin zu echter, wertschätzenden Gemeinschaft.

Denn eine Gesellschaft, die ihre Menschen früh bricht, darf sich nicht wundern, wenn sie später an ihnen zerbricht.



 
 
 

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