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Wussten Sie schon?

Krankheitsangst: Wenn der Körper zur ständigen Bedrohung wird

  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Ein Ziehen im Bauch.Herzstolpern. Müdigkeit. Kopfschmerzen.

Was für viele Menschen normale körperliche Empfindungen sind, lösen bei anderen sofort Angst aus:

„Was, wenn etwas Ernstes dahintersteckt?“


Die Gedanken kreisen:

  • Ist das eine schwere Krankheit?

  • Habe ich etwas übersehen?

  • Warum geht das nicht weg?

  • Was, wenn die Ärzte sich irren?

Die Angst vor Krankheiten betrifft weit mehr Menschen, als viele glauben. Besonders in Zeiten von Google, Social Media und permanenter Gesundheitsinformation nimmt sie deutlich zu.


Was ist Krankheitsangst?

Krankheitsangst beschreibt die intensive Sorge, ernsthaft krank zu sein oder krank zu werden – oft trotz unauffälliger medizinischer Befunde.

In der Psychologie spricht man teilweise auch von:

  • Gesundheitsangst

  • Hypochondrie

  • Krankheitsangststörung

Wichtig:Die Angst ist für Betroffene absolut real.

Es geht nicht darum, dass Symptome „eingebildet“ sind.Oft werden normale Körperempfindungen nur extrem aufmerksam und bedrohlich wahrgenommen.


Typische Anzeichen von Krankheitsangst

Menschen mit starker Gesundheitsangst:

  • beobachten ihren Körper permanent

  • interpretieren Symptome schnell als gefährlich

  • googeln häufig Krankheiten und Symptome

  • suchen wiederholt ärztliche Rückversicherung

  • haben Schwierigkeiten, medizinischen Befunden zu vertrauen

  • spüren ihren Körper besonders intensiv

  • geraten schnell in Angstspiralen

Ein zentraler Gedanke lautet oft:„Was, wenn etwas übersehen wurde?“


Warum die Angst so überzeugend wirkt

Das Gehirn ist darauf programmiert, Gefahren früh zu erkennen.

Bei Krankheitsangst gerät dieses Warnsystem jedoch in Daueraktivität.

Der Fokus richtet sich ständig auf:

  • Körpersignale

  • Veränderungen

  • mögliche Symptome

Dadurch passiert etwas Wichtiges:Je stärker die Aufmerksamkeit auf den Körper gerichtet ist, desto intensiver werden Empfindungen wahrgenommen.

Und genau das verstärkt wiederum die Angst.


Der Teufelskreis der Krankheitsangst

Die Dynamik sieht häufig so aus:

  1. Körperempfindung

  2. Katastrophengedanke

  3. Angstreaktion

  4. stärkere Körperwahrnehmung

  5. noch mehr Angst

Beispiel:

  • Herzstolpern

  • „Vielleicht stimmt etwas mit meinem Herzen nicht.“

  • Stressreaktion

  • schneller Puls

  • noch mehr Angst

Das Nervensystem bestätigt scheinbar die Befürchtung.


Warum Google und Social Media die Angst verstärken

Noch nie hatten Menschen so schnellen Zugang zu medizinischen Informationen.

Das Problem:Das Gehirn sucht bei Angst bevorzugt nach Gefahren.

Wer Symptome googelt, findet oft:

  • Worst-Case-Szenarien

  • dramatische Erfahrungsberichte

  • seltene Erkrankungen

  • beängstigende Inhalte

Dadurch entsteht schnell eine Spirale aus:

  • Googeln

  • Angst

  • Kontrollieren

  • noch mehr Googeln


Die psychologischen Ursachen hinter Krankheitsangst

Krankheitsangst entsteht selten „einfach so“.

Häufig spielen tiefere Faktoren eine Rolle:

1. Kontrollbedürfnis

Gesundheit ist nicht vollständig kontrollierbar.Das erzeugt bei manchen Menschen starke Unsicherheit.

2. Verlustangst

Hinter der Angst vor Krankheit steckt oft auch Angst vor:

  • Kontrollverlust

  • Tod

  • Abhängigkeit

  • Verlust geliebter Menschen

3. Frühere Erfahrungen

  • Krankheiten in der Familie

  • traumatische medizinische Erfahrungen

  • frühe Verlusterlebnisse

können das Sicherheitsempfinden nachhaltig beeinflussen.

4. Hohe innere Anspannung

Menschen mit Angststörungen oder chronischem Stress spüren ihren Körper oft intensiver.


Wenn der Körper zum Mittelpunkt wird

Viele Betroffene geraten irgendwann in einen Zustand permanenter Selbstbeobachtung.

Der Körper wird nicht mehr als sicher erlebt – sondern als potenzielle Gefahr.

Dadurch entstehen häufig:

  • dauerhafte Anspannung

  • Verunsicherung

  • Erschöpfung

  • soziale Einschränkungen

  • emotionale Belastung

Viele sagen:

„Ich kann kaum noch entspannen, weil ich ständig auf meinen Körper achte.“


Was wirklich hilft

Die Lösung liegt meist nicht darin, noch mehr Kontrolle zu bekommen.Sondern darin, wieder Sicherheit zu lernen.

1. Den Angstkreislauf verstehen

Zu erkennen:Angst verstärkt Körperwahrnehmung.

Das Nervensystem spielt dabei eine zentrale Rolle.

2. Weniger symptombezogen googeln

Googeln beruhigt meist nur kurzfristig – langfristig verstärkt es die Angst häufig.

3. Den Fokus wieder nach außen lenken

Angst zieht Aufmerksamkeit permanent nach innen.

Wichtig ist:

  • soziale Kontakte

  • Alltag

  • Bewegung

  • echte Präsenz im Leben

4. Gefühle hinter der Angst verstehen

Oft geht es nicht nur um Krankheit – sondern um:

  • Unsicherheit

  • Angst vor Kontrollverlust

  • Angst vor dem Leben selbst

5. Das Nervensystem beruhigen

Hilfreich können sein:

  • Atemübungen

  • Entspannungstechniken

  • Psychotherapie

  • körperorientierte Verfahren

  • Stressreduktion

6. Unsicherheit akzeptieren lernen

Der schwierigste – aber wichtigste Schritt:Absolute Sicherheit gibt es im Leben nicht.

Gesundheit bedeutet nicht totale Kontrolle.


Warum dieses Thema heute so viele betrifft

Die moderne Welt verstärkt Gesundheitsangst enorm:

  • Informationsflut

  • ständige Selbstoptimierung

  • Gesundheits-Tracking

  • Social Media

  • permanente Verfügbarkeit medizinischer Inhalte

Dadurch verlieren viele Menschen das natürliche Vertrauen in den eigenen Körper.


Fazit

Krankheitsangst bedeutet nicht, dass Sie „verrückt“ sind.Sie zeigt oft, wie sehr Ihr System versucht, Sicherheit herzustellen.

Doch echte Sicherheit entsteht nicht durch ständige Kontrolle.Sondern durch Vertrauen:

  • in den eigenen Körper

  • in die eigene Belastbarkeit

  • und in die Fähigkeit, mit Unsicherheit umgehen zu können

Vielleicht beginnt Heilung genau dort:Nicht jeden Körpersignal sofort als Gefahr zu interpretieren –sondern den Körper wieder als Verbündeten wahrzunehmen.



 
 
 

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