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Wussten Sie schon?

Warum Loslassen heilt

Loslassen klingt einfach.Fast banal.Und doch gehört es zu den schwierigsten inneren Prozessen überhaupt.

Viele Menschen halten fest – an Beziehungen, Erwartungen, Rollen, Schuld, Angst oder alten Verletzungen – nicht, weil sie wollen, sondern weil sie glauben, sonst den Halt zu verlieren. Therapeutisch zeigt sich jedoch immer wieder: Nicht das Loslassen macht Angst, sondern das Festhalten macht krank.


Festhalten als Schutzmechanismus

Psychologisch ist Festhalten selten Sturheit. Es ist meist eine Überlebensstrategie.

Menschen halten fest an:

  • bekannten Strukturen

  • alten Beziehungsmustern

  • inneren Überzeugungen

  • Selbstbildern

weil das Vertraute Sicherheit verspricht – selbst dann, wenn es schmerzt.

Das Nervensystem bevorzugt Bekanntes gegenüber Ungewissem. Kontrolle fühlt sich sicherer an als Unsicherheit. Festhalten ist daher oft der Versuch, innere Stabilität zu bewahren.


Was Loslassen wirklich bedeutet

Therapeutisch bedeutet Loslassen nicht:

  • vergessen

  • verdrängen

  • aufgeben

  • gleichgültig werden

Loslassen bedeutet:

  • aufhören, gegen die Realität anzukämpfen

  • Gefühle zuzulassen, statt sie festzuhalten

  • innere Kontrolle schrittweise abzugeben

  • dem Leben wieder Bewegung zu erlauben

Loslassen ist kein Verlust – es ist ein innerer Positionswechsel.


Die psychologische Last des Festhaltens

Wer festhält, hält oft auch Spannung fest:

  • nicht gelebte Trauer

  • unterdrückte Wut

  • alte Schuld

  • unerfüllte Erwartungen

Diese Spannung bindet enorme psychische Energie. Therapeutisch zeigen sich dann Symptome wie:

  • Erschöpfung

  • Grübeln

  • Schlafstörungen

  • psychosomatische Beschwerden

  • emotionale Erstarrung

Nicht, weil Menschen zu schwach sind – sondern weil sie zu lange tragen, was eigentlich gehen möchte.


Was im Gehirn passiert

Neurologisch betrachtet hält Festhalten das Stresssystem aktiv.

  • Die Amygdala bleibt wachsam, weil Unverarbeitetes als Gefahr gespeichert ist

  • Der präfrontale Kortex versucht, Kontrolle aufrechtzuerhalten

  • Der Körper bleibt in Anspannung

Loslassen hingegen aktiviert parasympathische Prozesse:

  • Entspannung

  • bessere Emotionsregulation

  • verbesserter Schlaf

  • mehr innere Ruhe

Heilung entsteht dort, wo das Nervensystem wieder Sicherheit erfährt.


Warum Loslassen Angst macht

Viele Menschen fürchten:

  • den Kontrollverlust

  • den Schmerz, der beim Loslassen spürbar werden könnte

  • die Leere danach

  • die eigene Verletzlichkeit

Therapeutisch ist diese Angst verständlich. Loslassen bedeutet, sich der Realität zu stellen – und oft auch Trauer zuzulassen.

Doch was vermieden wird, verschwindet nicht. Es bindet Kraft. Loslassen erlaubt, Gefühle zu durchleben, statt sie einzufrieren.


Loslassen als therapeutischer Prozess

Loslassen ist kein einmaliger Akt. Es ist ein Prozess, der Zeit, Sicherheit und Begleitung braucht.

In der Therapie geschieht Loslassen oft durch:

  • Anerkennen dessen, was war

  • Würdigen alter Schutzmechanismen

  • Erlaubnis zu fühlen

  • Entwicklung von Selbstmitgefühl

  • Aufbau innerer Sicherheit

Man lässt nicht los, weil man stark ist – sondern weil man nicht mehr allein ist mit dem, was trägt.


Der Körper als Verbündeter

Loslassen geschieht nicht nur im Kopf. Der Körper spielt eine zentrale Rolle.

Therapeutisch hilfreich sind:

  • Atemarbeit

  • Wahrnehmung von Spannung und Entspannung

  • Körperorientierte Interventionen

  • achtsame Bewegung

Der Körper weiß oft früher als der Verstand, wann etwas gehen darf.


Loslassen schafft Raum

Wo festgehalten wird, ist kein Platz für Neues.Loslassen schafft Raum:

  • für neue Erfahrungen

  • für authentische Beziehungen

  • für Selbstkontakt

  • für Lebendigkeit

Viele Menschen berichten nach therapeutischen Loslassprozessen nicht Euphorie, sondern Erleichterung. Eine stille, tragende Ruhe.


Loslassen ist kein Scheitern

In unserer Leistungskultur wird Loslassen oft als Schwäche missverstanden. Therapeutisch ist es ein Zeichen von Reife.

Loslassen bedeutet:

  • Verantwortung für sich selbst übernehmen

  • Grenzen akzeptieren

  • das Unveränderliche würdigen

  • sich selbst nicht länger überfordern


Abschließende therapeutische Perspektive

Heilung geschieht nicht, indem wir alles festhalten.Sie geschieht, wenn wir unterscheiden lernen:

  • Was gehört zu mir?

  • Was darf gehen?

Loslassen heilt, weil es dem Leben erlaubt, wieder zu fließen.Nicht durch Gewalt.Sondern durch Vertrauen.

Und manchmal beginnt Heilung genau in dem Moment, in dem jemand leise denkt:Ich darf es jetzt gehen lassen.



 
 
 

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