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Wussten Sie schon?

Warum Selbstliebe kein Egoismus ist

Selbstliebe hat einen schlechten Ruf.Für viele klingt sie nach Egoismus, Selbstbezogenheit oder Rücksichtslosigkeit. Besonders Menschen, die früh gelernt haben, für andere da zu sein, erleben Selbstliebe oft als etwas Verbotenes – als moralischen Fehltritt.

Therapeutisch zeigt sich jedoch immer wieder: Nicht zu viel Selbstliebe macht krank, sondern zu wenig.


Was Selbstliebe psychologisch wirklich bedeutet

Selbstliebe bedeutet nicht:

  • sich über andere zu stellen

  • nur an sich zu denken

  • Verantwortung abzulehnen

  • Rücksichtslosigkeit

Psychologisch bedeutet Selbstliebe:

  • die eigene Existenz anzuerkennen

  • die eigenen Gefühle ernst zu nehmen

  • sich selbst Schutz, Fürsorge und Respekt zu geben

  • Grenzen wahrzunehmen und zu achten

Selbstliebe ist keine Haltung gegen andere – sondern eine Haltung sich selbst gegenüber.


Der häufige Irrtum: Selbstliebe vs. Rücksicht

Viele Menschen verwechseln Selbstliebe mit Egoismus, weil sie gelernt haben:

  • Zuwendung muss verdient werden

  • Bedürfnisse anderer sind wichtiger

  • Anpassung sichert Zugehörigkeit

In der Therapie zeigt sich: Wer nie gelernt hat, sich selbst liebevoll zu begegnen, hält Selbstfürsorge für egoistisch – weil sie dem gewohnten Muster widerspricht.

Doch echte Fürsorge für andere setzt innere Stabilität voraus.


Selbstliebe als Grundlage psychischer Gesundheit

Psychotherapeutisch ist Selbstliebe kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für seelische Gesundheit.

Menschen mit einer liebevollen inneren Haltung:

  • regulieren Emotionen besser

  • setzen gesündere Grenzen

  • geraten seltener in destruktive Beziehungen

  • sind belastbarer in Krisen

Nicht, weil sie stärker sind – sondern weil sie freundlicher mit sich umgehen.


Was im Nervensystem passiert

Selbstliebe wirkt regulierend auf das Nervensystem:

  • Aktivierung des parasympathischen Systems

  • Senkung von Stresshormonen

  • Förderung von Sicherheit und Ruhe

Selbstabwertung hingegen hält das Stresssystem aktiv.Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen äußerer und innerer Kritik.


Warum Selbstliebe oft Angst macht

Viele Menschen fürchten:

  • andere zu enttäuschen

  • egoistisch zu wirken

  • Bindung zu verlieren

  • Schuld zu empfinden

Therapeutisch ist diese Angst nachvollziehbar. Sie stammt oft aus früheren Beziehungserfahrungen, in denen eigene Bedürfnisse nicht willkommen waren.

Selbstliebe fühlt sich dann nicht natürlich an – sondern gefährlich.


Selbstliebe vs. Narzissmus

Therapeutisch wichtig ist die klare Unterscheidung:

Narzissmus entsteht häufig aus einem Mangel an Selbstwert.Er braucht Bewunderung, um Leere zu überdecken.

Selbstliebe hingegen:

  • ist leise

  • braucht keine Bestätigung

  • lässt andere gelten

  • erlaubt Nähe und Mitgefühl

Menschen mit Selbstliebe müssen sich nicht über andere erheben – sie ruhen in sich.


Selbstliebe und Grenzen

Echte Selbstliebe zeigt sich besonders in der Fähigkeit, Grenzen zu setzen:

  • Nein sagen

  • Pausen machen

  • sich zurückziehen

  • Bedürfnisse äußern

Das wirkt auf andere manchmal unbequem – ist aber kein Angriff, sondern Selbstschutz.

Wer sich selbst achtet, verletzt andere weniger – nicht mehr.


Der therapeutische Weg zur Selbstliebe

Selbstliebe lässt sich nicht erzwingen. Sie entsteht durch Beziehung – oft zunächst im therapeutischen Raum.

Hilfreich sind:

  • Selbstmitgefühl statt Selbstkritik

  • Anerkennung der eigenen Geschichte

  • Verständnis für alte Schutzstrategien

  • achtsamer Umgang mit inneren Anteilen

Viele Menschen müssen Selbstliebe nicht lernen – sondern sich erlauben, sie zu empfinden.


Warum Selbstliebe Beziehungen verbessert

Menschen mit Selbstliebe:

  • erwarten weniger unbewusst

  • übernehmen Verantwortung für sich

  • bleiben in Beziehung, ohne sich zu verlieren

Selbstliebe macht beziehungsfähig – nicht egoistisch.


Abschließende therapeutische Perspektive

Selbstliebe ist kein Luxus, kein Trend und kein Egoismus.Sie ist die Basis innerer Stabilität.

Wer sich selbst mit Respekt begegnet, muss sich nicht aufopfern, um geliebt zu werden.Und wer sich selbst hält, kann andere wirklich halten.

Manchmal beginnt Heilung mit einem einfachen inneren Satz:Ich darf mir selbst wichtig sein.



 
 
 

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