top of page

Wussten Sie schon?

Wie schützen wir unsere Kinder vor übermäßigem Internetkonsum?

Risiken, Folgen und was Eltern konkret tun können

Smartphones, Tablets, Streaming, Gaming, Social Media – unsere Kinder wachsen in einer Welt auf, in der „online sein“ völlig normal ist. Das Internet bietet viele Chancen: Wissen, Kreativität, soziale Kontakte. Aber: Zu viel davon kann echte Probleme verursachen. Viele Eltern fragen sich deshalb: Wann wird Nutzung zu viel? Und wie können wir vorbeugen, ohne ständig zu verbieten?

Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Risiken, Anzeichen für Suchtverhalten – und vor allem alltagstaugliche Lösungen.


Wenn aus Nutzung Überkonsum wird

Nicht jede lange Bildschirmzeit ist gleich ein Problem. Entscheidend ist wie und warum Kinder online sind.

Kritisch wird es, wenn das Internet…

  • zum Hauptort für Gefühle wird (Trost, Ablenkung, Flucht)

  • echte soziale Kontakte ersetzt

  • andere wichtige Lebensbereiche verdrängt (Schlaf, Schule, Hobbys, Familie)

Kinder und Jugendliche haben noch keine ausgereifte Selbstregulation. Apps, Spiele und Plattformen sind aber so gestaltet, dass sie möglichst lange fesseln – mit Likes, Belohnungssystemen, Endlos-Feeds und Spielmechaniken.

Das ist kein Zufall. Und Kinder sind dafür besonders anfällig.


Mögliche Folgen von zu viel Internetkonsum

Übermäßige Nutzung wirkt sich nicht nur auf die Augen aus – sondern auf Entwicklung, Psyche und Sozialverhalten.

Konzentrationsprobleme

Schnelle Reize und ständiger Wechsel zwischen Apps trainieren das Gehirn auf kurze Aufmerksamkeitsspannen. Schule und ruhige Tätigkeiten wirken dann schnell „langweilig“.

Schlafstörungen

Bildschirmlicht hemmt die Melatoninproduktion. Dazu kommt: Viele Kinder können nach aufregenden Inhalten schlecht abschalten.

Emotionale Probleme

Vergleiche auf Social Media können Selbstwertprobleme verstärken. Cybermobbing oder Ausgrenzung passieren oft unbemerkt.

Sozialer Rückzug

Wenn Online-Welten wichtiger werden als echte Begegnungen, verlieren Kinder wichtige soziale Lernerfahrungen.

Suchtähnliches Verhalten

Ja, Internetsucht ist real. Besonders riskant sind:

  • Online-Games mit Belohnungssystemen

  • Social Media mit Likes & Endlos-Scrollen

  • Kurzvideo-Plattformen


Warnzeichen für problematisches Nutzungsverhalten

Eltern sollten aufmerksam werden, wenn ihr Kind:

  • extrem gereizt reagiert, wenn es offline gehen soll

  • heimlich oder nachts online ist

  • Interessen außerhalb des Internets verliert

  • Schule, Schlaf oder Hygiene vernachlässigt

  • das Internet nutzt, um ständig negativen Gefühlen zu entkommen

Wichtig: Nicht jedes dieser Zeichen bedeutet sofort eine Sucht. Aber mehrere zusammen über längere Zeit sind ein ernstes Signal.


Was wirklich hilft: Prävention statt Dauerverbot

Komplettes Verbieten funktioniert selten – und zerstört Vertrauen. Kinder brauchen Begleitung, nicht nur Regeln.

Beziehung vor Bildschirmzeit

Der wichtigste Schutzfaktor ist nicht eine App – sondern eine stabile Bindung. Kinder, die sich gesehen, ernst genommen und emotional sicher fühlen, flüchten seltener in digitale Welten.

Regelmäßige Gespräche

Gemeinsame Zeit ohne Ablenkung

Interesse an ihrer Online-Welt zeigen („Was spielst du da eigentlich?“)

Klare, altersgerechte Regeln

Kinder brauchen Orientierung. Regeln geben Sicherheit.

Beispiele:

  • Keine Bildschirme vor der Schule

  • Handyfreie Zeiten (z.B. beim Essen, vor dem Schlafen)

  • Geräte nachts außerhalb des Kinderzimmers

  • Feste Medienzeiten statt Dauerzugang

Wichtig: Regeln gelten auch für Erwachsene. Vorbildwirkung schlägt jede Predigt.

Medienkompetenz statt nur Kontrolle

Kinder müssen lernen:

  • Warum Apps süchtig machen können

  • Dass Likes nichts über ihren Wert sagen

  • Wie Werbung und Algorithmen funktionieren

  • Wie man Grenzen setzt und Pausen macht

Aufklärung stärkt Selbstkontrolle.

Offline-Leben aktiv gestalten

Das Internet wird besonders dann zum Problem, wenn es die einzige spannende Welt ist.

Schutzfaktoren sind:

  • Sport und Bewegung

  • Kreative Hobbys

  • Treffen mit Freunden

  • Aufgaben, bei denen Kinder Selbstwirksamkeit erleben

Ein erfüllter Alltag reduziert das Bedürfnis nach digitaler Flucht.

Früh eingreifen – ruhig und ohne Vorwürfe

Wenn du merkst, dass dein Kind abrutscht:

  • Sprich deine Beobachtung wertfrei an„Mir fällt auf, dass du in letzter Zeit kaum noch rausgehst…“

  • Frag nach Gefühlen, nicht nur nach Bildschirmzeit

  • Sucht gemeinsam Lösungen

  • Hol dir Hilfe (Kinderarzt, Beratungsstellen), wenn du nicht weiterkommst

Druck und Strafen verschlimmern oft das Problem. Verbindung löst es eher.

Fazit: Nicht das Internet ist der Feind – sondern Maßlosigkeit ohne Begleitung

Unsere Kinder brauchen keine komplett internetfreie Kindheit. Sie brauchen Orientierung, Nähe und gesunde Grenzenin einer digitalen Welt, die selbst für Erwachsene schwer zu regulieren ist.

Eltern müssen nicht perfekt sein. Aber präsent, interessiert und konsequent liebevoll – das macht den Unterschied.


Hier lesen Sie mehr:



 
 
 

Kommentare


Featured Posts
Archive

HEILERLAUBNIS

Zulassung zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung eingeschränkt auf dem Gebiet der Psychotherapie

§1 Abs.3 Heilpraktikergesetz erteilt vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München (Bayern).

  • Tumblr Social Icon
  • Facebook
  • LinkedIn Social Icon
  • Instagram
  • Weißes Xing

KONTAKTAUFNAHME

0 151 - 55 21 22 23

praxis@benita-feller.de

bottom of page