top of page

Wussten Sie schon?

Freude und Genuss sind kein Zufall – sie wollen kultiviert werden

  • vor 6 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Warum wir lernen dürfen, uns immer wieder neu über das Leben zu freuen


Viele Menschen glauben, Freude sei etwas, das einfach passiert. Ein schöner Urlaub, ein neues Auto, die Traumküche oder ein besonderes Geschenk – und schon ist sie da. Tatsächlich ist das auch so. Doch was oft übersehen wird: Diese Freude hält meist nur kurze Zeit an.


Nach einigen Tagen oder Wochen wird das neue Auto selbstverständlich. Die neue Küche ist einfach nur noch die Küche. Der Stein, den wir voller Begeisterung aus dem Urlaub mitgebracht haben, liegt unbeachtet im Regal. Was uns einmal glücklich gemacht hat, verschwindet langsam aus unserem Bewusstsein.


Die Psychologie kennt dafür einen Begriff: hedonische Anpassung. Unser Gehirn gewöhnt sich erstaunlich schnell an positive Veränderungen. Was gestern noch etwas Besonderes war, wird heute zur Normalität. Dieser Mechanismus ist menschlich – aber er muss nicht unser Schicksal sein.


Freude lässt sich nämlich kultivieren.


Das bedeutet, wir entscheiden uns bewusst dafür, das Schöne immer wieder wahrzunehmen. Nicht oberflächlich oder künstlich, sondern mit echter Aufmerksamkeit.

Vielleicht steigen Sie morgens in Ihr Auto. Anstatt automatisch loszufahren, halten Sie für einen Moment inne. Erinnern Sie sich daran, wie sehr Sie sich gefreut haben, als Sie es gekauft haben. Vielleicht war es ein langer Traum, für den Sie gespart haben. Vielleicht steht es für Freiheit oder einen neuen Lebensabschnitt.


Oder Sie betreten Ihre Küche. Statt nur zu sehen, was noch erledigt werden muss, betrachten Sie sie einen Augenblick mit den Augen des Menschen, der sie zum ersten Mal gesehen hat. Spüren Sie noch einmal die Begeisterung von damals.


Selbst ein kleiner Stein aus dem Urlaub kann mehr sein als ein Gegenstand. Er erzählt eine Geschichte. Er erinnert an das Rauschen des Meeres, an den Duft der Luft, an einen Moment der Leichtigkeit oder an Menschen, mit denen Sie gelacht haben. Erinnerungen besitzen die Kraft, Gefühle erneut lebendig werden zu lassen – wenn wir ihnen Raum geben.


Unser Gehirn reagiert erstaunlich stark auf solche bewussten Erinnerungen. Positive Erlebnisse werden nicht nur gespeichert, sie können immer wieder emotional aktiviert werden. Genau darin liegt eine große Chance für unsere psychische Gesundheit.


Wer regelmäßig schöne Erinnerungen aufruft, stärkt nicht nur seine Dankbarkeit, sondern auch seine emotionale Widerstandskraft. Das bedeutet nicht, dass Probleme verschwinden. Aber sie bestimmen nicht mehr allein den Blick auf das Leben.


Auch Genuss möchte gepflegt werden.


Wie oft essen wir nebenbei, während wir auf unser Handy schauen? Wie selten nehmen wir den ersten Bissen wirklich wahr? Dabei ist Genuss eine Fähigkeit, die Aufmerksamkeit braucht. Langsames Essen, bewusstes Schmecken und das Erleben kleiner Momente können aus einer alltäglichen Mahlzeit einen Augenblick echter Lebensqualität machen.


Dasselbe gilt für das Reisen. Nicht nur die großen Fernreisen schenken Glück. Manchmal reicht ein Spaziergang durch einen Wald, ein Sonnenuntergang oder ein Café in einer unbekannten Stadt. Entscheidend ist nicht die Entfernung, sondern die Offenheit, den Moment wirklich zu erleben.


Freude entsteht selten durch immer mehr Besitz. Sie entsteht häufig dadurch, dass wir das Vorhandene wieder mit neuen Augen betrachten.


Vielleicht kennen Sie Menschen, die ständig nach dem Nächsten suchen. Das nächste Auto. Das größere Haus. Die schönere Reise. Der bessere Job. Doch wer nie innehält, verpasst oft den eigentlichen Reichtum seines Lebens.

Freude braucht keine ständige Steigerung. Sie braucht Aufmerksamkeit.


Vielleicht ist es deshalb eine schöne Gewohnheit, sich jeden Tag einen kleinen Moment zu schenken. Einen Gegenstand bewusst anzusehen, den man liebt. Sich an einen besonderen Augenblick zu erinnern. Ein Lieblingslied zu hören. Den Duft des Kaffees wahrzunehmen. Das Lächeln eines geliebten Menschen nicht als selbstverständlich hinzunehmen.


Diese kleinen Rituale wirken unscheinbar. Psychologisch sind sie jedoch kraftvoll. Sie helfen unserem Gehirn, den Fokus nicht nur auf Probleme und Belastungen zu richten, sondern auch auf das Gute, das bereits da ist.

Freude ist deshalb weit mehr als ein Gefühl.


Sie ist eine innere Haltung.


Eine Entscheidung, das Leben nicht nur vorbeiziehen zu lassen, sondern es immer wieder bewusst zu erleben.

Denn Glück entsteht nicht nur in den großen Momenten unseres Lebens.

Es wächst in den kleinen Augenblicken, die wir bereit sind, immer wieder neu zu entdecken.



 
 
 

Kommentare


Featured Posts
Archive

HEILERLAUBNIS

Zulassung zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung eingeschränkt auf dem Gebiet der Psychotherapie

§1 Abs.3 Heilpraktikergesetz erteilt vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München (Bayern).

  • Tumblr Social Icon
  • Facebook
  • LinkedIn Social Icon
  • Instagram
  • Weißes Xing

KONTAKTAUFNAHME

0 151 - 55 21 22 23

praxis@benita-feller.de

bottom of page